GÜTESIEGEL KULTUR

King Kongo. Eine skandalöse postkoloniale Revue

Spieltermine:
6. November 2011 – Schaubude – Berlin
10. November 2011 – Wuppertal
16. und 17. November 2011 – Münster
22. November 2011 – Leverkusen
10., 11. und 12. September 2010 – jeweils 20.30 Uhr – Kunstkirche Christ König – Bochum
17., 18. und 19. September 2010 – jeweils 20 Uhr – Ballhaus Ost – Berlin
21., 22. und 23. September 2010 – jeweils 20 Uhr – Theaterhaus Stuttgart
28. September 2010 – 20 Uhr – Kulturforum Schorndorf

Plakat King Kongo

Plakat King Kongo

Die Geschichte handelt von einem König, von Gold und Edelsteinen und ist doch kein Märchen: Im Dorf des Großvaters gibt es eine Neuigkeit: Man hat einen König – einen weißen sogar! Sofort wird er ins Dorf zum Festmahl geladen. Die Vorfreude auf den König „der die Krone am Kinn trägt“ wächst. Um den König richtig zu empfangen wird seine Ankunft geprobt – reihum versucht jeder ein guter König zu sein. Das beginnt als lustiges Spiel und endet in grausamer Tyrannei – immer wieder…

Berliner Konferenz 1884/1885. Afrika wird territorial unter den Europäern aufgeteilt. Der belgische König Leopold II. versichert, er werde die Kongolesen „wie seine Kinder behandeln“. Er errichtet im Kongo eine beispiellose Schreckensherrschaft, geprägt durch Unterdrückung, unvorstellbare Gräueltaten und exzessiven Raubbau von Bodenschätzen, Kautschuk und Elfenbein. Seine Kolonialzeit hinterlässt ein geschundenes Land mit 10 Millionen Toten sowie unzählige verstümmelte Kongolesen. Die folgende Diktatur unter Mobutu ist nicht viel besser. Bis heute bleibt die Lage in der Demokratischen Republik Kongo instabil. Traumatisierte Kindersoldaten, unvorstellbare Armut und grausame Rebellenkriege bestimmen die Gegenwart.

Bereits 2005 kamen kongolesische und europäische Künstler zur FIDENA zusammen und entwickelten die Inszenierung „Le Cadeau – Das Geschenk“, die im Rahmen der Ruhrtriennale gefeiert wurde. Nun ist das Team zurück, erweitert um ehemalige Straßenkinder, die in ihrer Heimat seit zwei Jahren mit dem Temperament ihrer Blaskapelle Furore machen. Diese wildgewordene Brassband lädt zu einem Festmahl,  das bissiger, dekadenter und verlogener nicht sein könnte. Spielerisch werden wiederkehrende Mechanismen der Macht entlarvt, die kinderleicht zu erkennen sind und weltweit ignoriert werden.

Von und mit: Nathalie Mbiya Kadima, Cecile Mboma, Stefanie Oberhoff, Claude Bwendua, Nious Lulemba, Dieu Merci Mbiyavanga Lutuba, Carlito Matondo, Gloire Mbwayama, Hubert Mahela, Lambert Mousseka, Wolfgang Suchner, Winfried Walgenbach
Text und Dramaturgie: Alberto Garcia Sanchez, Hubert Mahela
Musikalische Leitung: Nious Lulemba, Winfried Walgenbach
Ausstattung, Figuren: Lambert Mousseka, Stefanie Oberhoff
Video: Eva Simon
Produktionsassistenz: Sabine Effmert
Mitarbeit: Susanna Schmeel
Produktionsleitung: Cathy Ekemino Mondende, Katja Kettner, parallelwerk